Kurz vorab: Wie ist ein Holzhybridgebäude eigentlich aufgebaut?
Bei einer Holzhybridbauweise findet nicht der komplette Bauprozess auf der Baustelle statt. Denn der Hersteller fertigt ganze Raummodule bereits im Werk. Rund 70 % des Materials sind Holz, 30 % Stahl. Bis zu vier Geschosse sind möglich, als Grundform eignen sich etwa Riegel, U oder L. Der Brandschutz ist für F30 und F60 nachgewiesen: Die Bauteile tragen im Brandfall 30 beziehungsweise 60 Minuten lang und halten das Feuer so lange vom Nachbarraum fern.
1. Vorteil: Die Schnelligkeit
Mit einer Holzhybridbauweise verkürzt sich die Bauzeit um bis zu 70 Prozent gegenüber einem konventionellen Bau, sagt ALHO über modulares Bauen. Der Grund liegt in den Produktionshallen: Dort entstehen die Module völlig unabhängig von der Wetterlage. Regen und Frost haben keinen Zutritt. Und während auf der Baustelle noch das Fundament entsteht, laufen im Werk schon die Module vom Band.
- Früher nutzen: Das Gebäude bringt schneller Miete oder Verkaufserlös.
- Kürzer finanzieren: Die Zwischenfinanzierung endet früher.
- Sicher planen: Festpreis und Fixtermin sichert der Hersteller zu.
Auf der Baustelle selbst sinken Lärm und Staub laut Hersteller um bis zu 50 Prozent, auch Bauabfall fällt deutlich weniger an.
2. Vorteil: Unkomplizierte Bedarfsänderung
Benötigen Sie plötzlich einen größeren Raum, zieht die Wand einfach um! Denn der Stahlrahmen trägt das Gebäude, die Innenwände tragen keine Last. So lassen sich Räume vergrößern, verkleinern oder umwidmen.
Reicht der Platz gar nicht mehr, wird angebaut oder aufgestockt. Das erhält den Wert des Gebäudes auf lange Sicht, argumentiert der Hersteller.
3. Vorteil: Besser für die Umwelt
Der Bau in Holzhybridbauweise verursacht deutlich weniger CO₂-Emissionen. Wie viel genau, rechnete Riccardo de Nitto (Leiter der Fachplanung Nachhaltigkeit und Energieeffizienz) für ein Wohnhaus im Berliner Quartier Cité Foch vor:
| Bauweise | CO₂-Äquivalente (Errichtung) |
|---|---|
| Konventioneller Massivbau | 803 t |
| Stahlmodulbau | 670 t |
| Stahlmodulbau mit CO₂-reduziertem Stahl | 562 t |
| Holzhybrid mit CO₂-reduziertem Stahl | 495 t |
Das sind gut 38 % weniger als beim Massivbau. Holz bindet CO₂ dauerhaft im Gebäude. Der Stahl besteht zu bis zu 100 % aus Schrott und wird im Elektrolichtbogenofen mit erneuerbarer Energie geschmolzen.
4. Vorteil: Ein besseres Raumklima
Ein hoher Holzanteil sorgt für ein angenehmeres Raumklima und eine bessere Raumluft.
Beispiel: Im Kindergarten der Schweizer Gemeinde Buchs sind die Wände mit Holzschichtplatten bekleidet, im Gruppenraum hängt eine Holzakustikdecke. Die Wände sind bepinnbar. Die Kinder hängen ihre Zeichnungen also einfach selbst auf.
5. Vorteil: Das Gebäude lässt sich recyceln
Bei einer Holzhybridbauweise setzen Unternehmen wie ALHO auf Material mit Zukunft. Die Verbindungen sind lösbar, das Gebäude lässt sich weitgehend sortenrein zurückbauen. Baustahl wird laut Hersteller zu 99 % recycelt.
Manchmal zieht sogar das ganze Haus um. In Braunschweig wurde ein Modulgebäude des städtischen Klinikums demontiert. Die Module kamen zur Aufbereitung in ein mobiles Werk und stehen nun wenige Kilometer weiter wieder, ergänzt um 27 neue.
Wichtig: Holz ist knapp. Deutschland kann seinen Pro-Kopf-Bedarf laut WWF nicht mehr vollständig aus heimischen Wäldern decken. Holz kommt deshalb nur dort in die Module, wo es technisch und wirtschaftlich Sinn ergibt, und zwar ausschließlich FSC- oder PEFC-zertifiziert.
Die Holzhybridbauweise verkürzt die Bauzeit, hält Grundrisse offen und senkt die CO₂-Last der Errichtung um mehr als ein Drittel. Die Nutzer bekommen ein gutes Raumklima, und nach Jahrzehnten bleibt verwertbares Material übrig.